Das Team

Hans Leitert, Tottenham Hotspurs

Hans Leitert
Red Bull Salzburg


Claudio Filippi, Chievo Verona

Claudio Filippi
Juventus Turin


Thomas Schlieck, Arminia Bielefeld

Maarten Arts
FC Utrecht


Thomas Schlieck, Arminia Bielefeld

Thomas Schlieck
Arminia Bielefeld

Thomas Schlieck, Arminia Bielefeld

Szolt Petry
TSG 1899 Hoffenheim

Thomas Schlieck, Arminia Bielefeld

Mojtaba Zare-Hamedani
Torwartphilosoph


 
Startseite

HANS LEITERT
DIE KUNST DES COACHINGS
 
Der Autor des Buches "die Kunst des Torwartspiels" war der dritte und abschließende Referent des Seminartags. Nachdem Leitert beim ersten Seminar im März über die Kunst des Torwartspiels referierte, führte Leitert bei dieser Veranstaltung die Teilnehmer durch die Kunst des Coachings von Torhütern.
Zuletzt trainierte Leitert die brasilianische Nummer zwei, Heurelho da Silva Gomes, bei Tottenham Hotspurs. Zuvor sammelte der Österreicher bereits Erfahrungen in der griechischen und spanischen ersten Liga als Torwarttrainer. Anhand eines Fallbeispiels aus seiner eigenen Praxiserfahrung beim spanischen Erstligisten Recreativo Huelva aus der Saison 2007/08 zeigte Leitert auf, in welchem Spannungsfeld und unter welchen Rahmenbedingungen der Torwarttrainer einer (Profi)-mannschaft stehen kann.
Für Leitert haben sich die Anforderungen an den Torwarttrainer in den vergangenen Jahren stark verändert. "Der Torhüter einer Mannschaft besetzt eine Schlüsselposition. Diese Schüsselposition zieht eine sehr starke Aufmerksamkeit nach sich", erklärt Leitert. Durch diese erhöhte Aufmerksamkeit stehen die Torhüter unter einem permanent hohen Druck. Daraus folgt für Leitert, dass auch der Torwarttrainer stets seine Arbeit mit den Torhütern rechtfertigen muss. "Für uns Torwarttrainer ist es eine Herausforderung, dass die Leistung eines Torhüters oftmals sehr unterschiedlich interpretiert wird", berichtet Leitert. Der
Torwarttrainer muss in der Lage sein, objektive Daten in einer Welt von Meinungen in die Beurteilung der Torwartleistung einfließen zu lassen.
Stefano Sorrentino spielte in der Saison 2007/08 im Tor beim bstiegskandidaten Recreative Huelvo und wurde zur damaligen Zeit von Hans Leitert trainiert. Nach einer Niederlagenserie fokussierte sich die Kritik besonders auf den italienischen Torhütern. Die Klubführung des spanischen Erstligisten forderte vehement einen Torwartwechsel für die restlichen entscheidenden Spiele der Saison.
Anhand dieses Fallbeispiels zeigte Leitert bei seinem Vortrag auf, wie er mit einer objektiven Leistungsanalyse Sorrentinos eine Empfehlung für das Für und Wider des Torwartwechsels abgegeben hatte. In einem ersten Schritt führte Leitert dabei eine Analyse der Gesamtsituation durch. Dabei blickt Leitert auf die vergangenen Spiele zurück ("was war?"). Bei dieser objektiven Spielanalyse werden die vergangenen Spiele auf die Anzahl der Torwartfehler analysiert. Leitert vergleicht dabei, ob die Anzahl der Fehler einen statistischen Unterschied zu der Anzahl der Torwartfehler der vergleichbaren Toptorhüter aufweist. Weiter blickt Leitert auf die Spiele des Torhüters in Bezug auf besondere technische Unsicherheiten, und ob der Torhüter Schwächen bei der Raumverteidigung aufweist. Bei dieser Analyse wurde deutlich, dass Leitert kein Torwartproblem bei Huelvo und bei Sorrentino gesehen hatte.
 
In einem weiteren Schritt der Analyse beschäftigt sich Leitert mit der aktuellen Verfassung des Spielers und der Analyse der externen Einflüsse ("was ist?"). Anhand eines Modells des englischen Sportpsychologen Bill Beswick bewertete Leitert das aktuelle Spielerpotential des Torhüters. Dabei fließen die "Hardfacts", wie Technik, Taktik, Physis, und die "Softfacts", wie die mentale Stärke, Emotionen und der Lifestyle des Torhüters in ein Punktesystem ein. "Falls der Spieler in einem dieser Punkte eine signifikante Verschlechterung aufweist, muss ich reagieren", erklärt Leitert die Benutzung des Bewertungssytems. "Dabei achte ich in der täglichen Trainingsarbeit besonders darauf, wie der Torhüter aus mentaler Sicht auf mich wirkt. Zeigt er Präsenz? Wirkt er sicher? Zudem achte ich darauf, wie der Spieler mit seinen
Mitspielern kommuniziert und wie die Spieler speziell bei Spielformen auf den Torhüter reagieren", führt Leitert weiter aus.
 
Daneben werden die externen Einflüsse analysiert. Zu den externen Einflüssen zählt Leitert in diesem speziellen Fall, dass die Klubführung zu Panik in schweren Zeiten neige, und dass vereinsinterne Interessen an einem Torwartwechsel vorhanden gewesen seien. Der finale Schritt bei der Spieleranalyse bezieht sich auf die kommenden Spiele ("was wird?"). Dabei werden die kommenden Gegner in die Analyse mit einbezogen.
 
Aufgrund der objektiven Leistungsanalyse kam Leitert zu dem Ergebnis, dass ein Torwartwechsel nicht zu empfehlen sei. "Diese Entscheidung hat sich als richtig erwiesen. Wir haben letztlich mit einem guten Sorrentino die Klasse noch halten können", bilanzierte Hans Leitert die Fallstudie. Leitert wies allerdings darauf hier, dass selbst wenn alle Fakten objektiv erfasst werden würden, noch immer ein gewisses Restrisiko bleibe. "Schließlich spielt bei fast 40% aller Tore der Zufallsfaktor eine entscheidende Rolle", sagt Leitert.
 
Im zweiten Teil seines Vortrags ging Leitert auf weitere Aspekte des Coachings ein. Er zitierte dabei verschiedene Modelle aus der Psychologie, Sportpsychologie und der Managementliteratur und unternahm den Versuch, diese Modelle auf die Arbeit des Torwarttrainers zu adaptieren. Alle verwendeten Modelle bringen zum Ausdruck, dass die Arbeit eines Torwarttrainers viel mehr ist, als lediglich die Bälle auf das Tor zu schießen.
"95% der Trainingsarbeit ist Arbeiten am Kopf", zitierte Leitert bei seinem Vortrag den Torwarttrainer von Newcastle United, Peter Barron. Dabei gelang Leitert ein innovatives und modernes Bild der Rolle den Torwarttrainers den Zuhörern zu transportieren.



 

Publikationen

Thomas Schlieck, Arminia Bielefeld

Hans Leitert
"Die Kunst des Torwartspiels oder die sieben Prinzipien
der Meister"

hier bestellen

Michael Schweika, Arminia Bielefeld

Claudio Filippi
"Ballangriff"
hier bestellen

Michael Schweika, Arminia Bielefeld

Maarten Arts
"200 Übungen für den Torwart"
hier bestellen

Michael Schweika, Arminia Bielefeld

Maarten Arts
"Trainieren wie die Profis"
hier bestellen


Bildergalerie
Oktober 2009




Bildergalerie 1
März 2009




Bildergalerie 2
März 2009